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Bildbearbeitung in Lightroom

Ich wurde nun des öfteren gefragt, wie ich das Bild genau bearbeitet habe, “ da steckt doch sicher viel Photoshop drin“. Genau deswegen habe ich mir gedacht einen Blogeintrag zu diesem Thema zu verfassen.
Zunächst sei gesagt, in diesem Bild steckt weniger Photoshop als die meisten denken. Ich habe Photoshop nur dazu bemüht, die Stromleitungen aus dem Bild raus zu stempeln, das war aber auch eine etwas mühselige Arbeit und das einzige was mir an dieser Bilderstellung keinen Spaß gemacht hat. Aber nun zum Werdegang des Bildes.

frank_metzemacher_photography_lichreim-2274

Originalbild draufklicken für größere Ansicht

Um ein solches Bild aufzunehmen sollte man auf jeden Fall die richtige Zeit erwischen. So haben wir genau jetzt die Jahreszeit in der sich früh morgens ( so früh war es überhaupt nicht, nämlich 07:30 ) Nebel in den Senken absetzt. Zu meinem großen Glück, habe ich direkt hinter meinem Haus einen großen Park in dem ich schon aus dem Schlafzimmer Fenster sehen kann und so bequem abschätzen kann, ob es sich lohnt mit der Kamera in den Park zu gehen, oder lieber zu Joggen ;).
Landschaftsfotografen werden jetzt sagen, das man das so nicht macht, aber ich war ohne Stativ unterwegs, weil ich mich so viel wohler fühle und doch eher durch meine Hochzeiten und Konzerte aus der „Action“ komme.
Ich liebe es gegen das Licht zu fotografieren und bin deswegen auch zielstrebig genau nach solchen Motiven die in der richtigen Position standen zu suchen. Naja suchen ist vielleicht der verkehrte Ausdruck, kenne ich den Park durch mein tägliches Lauftraining doch in und auswendig. Als ich das Lichtspiel in den Ästen sah und der wunderbare Schatten, der auf die Wiese geworfen wurde, machte ich meine Canon 5D MKIII mit dem Objektiv 50/ 1.4 bereit und stellte sie auf Blende 10 um eine schöne Tiefenschärfe zu bekommen und gleichzeitig auch genug Licht draussen zu lassen. Um noch mehr Licht draussen zu lassen, da ich eine leichte Unterbelichtung des Bildes wollte, verkürzte ich noch die Verschlusszeit auf 1/400 und konnte somit gleichzeitig sicher gehen, leichte Verwackler zu vermeiden.

Bildschirmfoto 2014-09-23 um 17.22.45

Klicken um das Bild in groß zu sehen

Zu Hause angekommen habe ich gleich mal alles in Lightroom eingelesen und mich auf der Suche gemacht, welches Bild mir denn am besten gefällt. Nachdem ich es gefunden habe bin ich meine gewohnten Einstellungsschritte abgefahren mit denen ich ein solches Bild bearbeite.
Zuerst spiele ich etwas mit dem „Weißabgleich“ herum um die richtige Farbstimmung zu erzielen.Danach ziehe ich die Lichter weiter runter, dann die Tiefen hoch, bis mir die Details und Durchzeichnungen gefallen. In diesem Falle, war dann beides auf Anschlag. Hier gibt es einen kleinen Tip von mir. In Photoshop besteht die Möglichkeit mittels Smart Objekt eine doppelte Kamera RAW Entwicklung zu erstellen, falls die 100% + oder – einmal nicht reichen sollte. Danach zog ich ein wenig die Klarheit hoch und stellte mit dem Dynamik Regler die Farben etwas kräftiger dar. Der Dynamik Regler ist übrigens ein wunderbares Werkzeug. Verstärkt er doch nur die Farben die etwas „schwächer“ sind, im Gegensatz zu dem „Sättigen“ Regler der gnadenlos alles verstärkt und oftmals zu unschönen Ergebnissen führt. Ich benutze den sättigen Regler fast ausschließlich zum entsättigen und fast nie um die Sättigung anzuheben.
Weiter geht es zur Gradationskurve. Hiermit helle ich die mittleren Bereiche etwas auf bis mir das Gesamtbild gefällt und gehe nun zum HSL Werkzeug über. Dies ist ein Werkzeug, das es nur in Kamera RAW/ Lightroom gibt und einen sehr mächtigen Eingriff auf die Farben zulässt. Das grün war mir einfach zu grün und so stellte ich zunächst auf der Farbton Ebene das grün in den gelben Bereich, hier ist natürlich wieder persönlicher Geschmack gefragt und was zum Bild passt. Danach regelte ich noch die Sättigung der einzelnen Farben nach. Wie in dem Bild zu sehen, das gelb etwas rauf und das grün noch etwas runter.
Das war es eigentlich auch schon um aus dem Originalbild ein Bild mit diesem Look zu kreieren. Die Stromleitungen stempelte ich dann in Photoshop heraus und schärfte das Bild dann final.
Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Arbeitsweise geben und sollten noch Fragen zu diesem Thema sein, könnt ihr die gerne in dem Kommentar Feld stellen.

Morning Mist Tree

5 comments
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  • Steffi von La Mia Fotografia23. September 2014 - 16:59

    Grundsätzlich finde ich es schon mal super, wenn sich ein Fotograf mal über die Schulter schauen lässt (viele stellen sich ja so an..)! Und was dann noch mal schön für mich ist, festzustellen, dass ich im Prinzip ganz genau so bei der BB vorgehe.
    Ich finde du hast bei der Bearbeitung echt das Beste raus geholt! Schöne Farben, tolles Licht! Das Einzige was mir persönlich jetzt nicht ganz so gefällt ist der Bildschnitt, aber das ist wohl Geschmackssache! Weiter so 🙂ReplyCancel

  • Yvo von Brentano23. September 2014 - 19:43

    Hallo Frank!

    Ein sehr schönes Resultat! Und ein interessanter Einblick in deine Arbeitsweise. Hast das Bild aber mit Sicherheit in RAW aufgenommen oder?

    Viele Grüße

    Yvo von BrentanoReplyCancel

    • Frank Metzemacher15. Oktober 2014 - 07:02

      Hallo Yvo, vielen Dank. Ja es ist in RAW fotografiert. Ich fotografiere nur in RAW. 😉ReplyCancel

  • Andreas2. Februar 2015 - 21:53

    Hallo Frank,

    danke für deinen Einblick, klasse Bild. Finde ich super, dass du deine herangehensweise mit uns teilst.

    Gruß
    AndreasReplyCancel